Der tägliche Warensinn!


  1. Die dreistesten Mogelpackungen für Lebensmittel
  2. Fluglinie RYNAIR plant Stehsitze
  3. ARD 3 Jobs und trotzdem arm
  4. Phönix: Die Lohnsklaven
  5. Doping am Arbeitsplatz
  6. Milliardengrab Asse
  7. Lügen und Videos
  8. Maschinengewehre aus Konjunkturmitteln
  9. Neokolonialismus Reiche sichern sich Land
  10. Georg Schramm: Wir sind die Sintflut
  11. ZEIT Dossier Cross Border Leasing: Die Rathauszocker
  12. FAZ net stellt sich hinter ehrlich Ausgebeutete

Taz vom 12. 5. 2010

Geölte Freiheit

Selbst nach der Explosion der „Deepwater Horizon“-Plattform hat die die föderale Aufsichtsbehörde „Minerals Management Service“ (MMS) noch mehr als 20 Ausnahmegenehmigungen erteilt, die Ölförderer im Golf von lästigen und teuren Umweltkontrollen an ihren Plattformen befreien.

FR vom 13.4.2010:

Die dreistesten Mogelpackungen für Lebensmittel

Tagesspiegel vom 15.07.09:

Fluglinie RYNAIR plant Stehsitze

stehplatz„Ich stehe zu meinem CO2 Ausstoß! Rynaire arbeitet nach eigenen Angaben an einer Machbarkeitsstudie, die sie den Herstellern Boeing und Airbus bis zum September vorlegen will. So teilte es Ryanair-Sprecher Daniel de Carvalho aus dem Dubliner Hauptquartier dem Berliner „Tagesspiegel“ mit.  Die Konzeption einer Adventure-Class, bei der  Passagiere in besonderen Vorrichtungen  mitfliegen können, die auf Tragflächen und Rumpf bereichen geschnallt werden  wurde allerdings dementiert.  RTL soll angeblich bereits  Interesse an  einer Medienpartnerschaft für ein solches Modell geäußert haben. Aber auch von dort war nichts darüber zu erfahren.

Weiter …

ARD mediathek

Jobs und trotzdem arm

Monitor Nr. 591 vom 02.04.2009

Lohndumping

Der Textildiscounter KiK und die Billigjeans

Großformatige Werbeanzeigen für eine „Volks-Jeans“, die gerade mal 2,99 Euro kosten soll: Der Billigdiscounter KiK und BILD bieten Billigstware zum Schnäppchenpreis. Möglich ist dies, weil KiK in Niedriglohnländern zu menschenunwürdigen Bedingungen produzieren lässt. Das jedenfalls prangern dort ansässige Gewerkschaften an. Aber nicht nur dort: Auch in Deutschland zahlt KiK Löhne, die von Arbeitsgerichten als „sittenwidriger Lohnwucher“ bezeichnet werden. Arbeitsagenturen halten diese Arbeit dennoch für zumutbar und vermitteln Hartz IV-Empfänger an den Discounter. Und wer nicht spurte, dem wurde sogar das Arbeitslosengeld gekürzt. [zum Beitrag]

Lohndumping II

Phönix: Lohnsklaven

monitor am 23.04.09

Krise essen Seele auf: Doping am Arbeitsplatz

Tabletten Rechte: WDR

Zwei Millionen Arbeitnehmer sollen nach einer neuen Studie Psychopharmaka nehmen, um bei der Arbeit ihr Hirn auf Hochtouren zu bringen. Männer bevorzugen Aufputschmittel, Frauen Beruhigungsmittel – und auch Ritalin und Anti-Demenzpräparate gehören zu den heimlichen „smart pills“. 800.000 Menschen sollen diese Mittel sogar regelmäßig zu sich nehmen, darunter viele Manager. Unrealistische Renditeerwartungen und gleichzeitige Kündigungswellen machen immer mehr Mitarbeiter krank. Innerhalb von 10 Jahren hat sich die Zahl der an psychischen Krankheiten leidenden Arbeitnehmer fast verdoppelt. Und mit der Wirtschaftskrise drohen diese Zahlen weiter zu steigen.

Bericht: Georg Lolos, Isabel Schayani

Monitor, 14,05.09

Ausbeuterbude Klauhaus

Rettungsbanker Ackermann u.a.

Taz vom 12.07.2009

Mehrere Milliarden Euro für Asse

Umweltminister Gabriel rechnet mit deutlich höheren Sanierungskosten für das Atomlager in Asse. Indes ist belegt, dass schon bei der Gründung mit Laugeneinbrüchen gerechnet wurde.

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Neokolonialismus: Reiche Nationen sichern sich Ackerflächen in armen Weltregionen

Im Jahr 2007 verschifften die Vereinigten Staaten 283 000 Tonnen Hirse als Hilfsleistung in die Region Darfur. Die gleiche Menge Getreide hat es in dem Jahr exportiert. Der Sudan exportiert nicht nur die Nahrungsmittel, die seine Bevölkerung gut brauchen könnte. Die Regierung in Khartum verpachtet ganze Landstriche ans Ausland  – vor allem an die reichen Wüstenstaaten des Nahen Ostens.  Mehr als 10 000 Hektar gehören Saudi-Arabien. Die Vereinigten Arabischen Emirate verfügen sogar über 378 000 Hektar.

Laos, eines der ärmsten Länder der Erde, hat bereits zwei bis drei Millionen Hektar Land verpachtet, das sind an die 15 Prozent des Staatsgebietes – die Verträge laufen bis zu 70 Jahre.

Im Süden haben sich Firmen aus Thailand, Vietnam und Malaysia eingekauft und Gummi-, Zuckerrohr- und Maniokplantagen angepflanzt; im Zentrum kultivieren japanische, indische und skandinavische Firmen Eukalyptus- und Akazienwälder für die Papierherstellung; im Norden bauen Chinesen Reis und Gummibäume an. Die Pacht für einen Hektar liegt mit drei bis neun Dollar pro Jahr weit unter dem internationalen Marktwert. Dafür wurden Kleinbauern von ihren Feldern vertrieben. Weil daraufhin immer wieder Plantagen in Flammen aufgingen, stoppte die Regierung schließlich im Mai 2008 die Vergabe größerer Anbauflächen. Das hinderte jedoch einzelne Staatsbeamte und Regionaladministratoren nicht daran, die Praxis fortzuführen. Sie verpachten das Land weiterhin, sozusagen privat.

In Madagaskar wollte ein südkoreanischer Mischkonzern, die Hälfte der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche der Insel für mindestens 99 Jahre pachten, um Weizen und Palmöl zu gewinnen. Bis 2023 sollte Südkorea, heute der drittgrößte Weizenimporteur der Welt, somit von Importen aus den USA und Südamerika unabhängig werden. Nach dem Sturz von Präsident Ravalomanana legte der neue Machthaber Andry Rajoelina den Pachtvertrag auf Eis. Daewoo hofft aber weiter auf das Land

Vor allem die ölreichen, doch landarmen Golfstaaten, aber auch Japan, China, Indien, Libyen oder Ägypten wollen nicht mehr vom freien Markt abhängig sein. Die großen Agrarkonzerne wiederum und in letzter Zeit auch private Investoren, Investmentfonds und Banken haben während der Finanzkrise in Anbauflächen investiert.

Hintergrund der Landnahme könnte sein, dass erste Zeichen des Klimawandels wie Dürren, Überschwemmungen und Stürme aber auch die rasanten Industrialisierung, Umweltverschmutzung, Wassermangel und Verwüstung in China und anderen Schwellenländern sowie eine zunehmende Weltbevölkerung die Lebensmittelpreise weltweit nachhaltig in die Höhe treiben könnte.

Langfristige Investitionen in Ackerflächen im Ausland machen von Zwischenhändlern und Preisschwankungen unabhängiger.

China ermutigt schon seit Jahren einheimische Agrarfirmen, im Ausland bebaubare Flächen aufzukaufen – und verhandelt auch mit interessierten Regierungen. In Brasilien will man Land für den Anbau von Soja pachten; in Simbabwe hat sich der chinesische Staat 100 000 Hektar gesichert, um Mais anzupflanzen; die Stadt Chongqing in Sichuan verfügt über 5000 Hektar in Laos. Kamerun, Kasachstan, die Philippinen, Mexiko, Russland, Mosambik, Uganda, Tansania – die Liste der Länder, die Äcker an China verpachtet oder verkauft haben, ist lang.

Quelle: Jetzt.de / Süddeutsche Zeitung 10.04.2009 01:54

Lügen und Videos

Bundeswehr kauft Maschinenpistolen aus Konjunkturprogramm-Mitteln

Die Bundeswehr wird 1.000 Maschinenpistolen vom Typ MP 7 zum Preis von rund 3 Millionen Euro aus Geldern des Investitions- und Tilgungsfonds beschaffen.  Aus den Mitteln des Konjunkturprogramms werden auch 37 Millionen für die Nachtsichtfähigkeit des Kampfflugzeuges “Tornado” bereitgestellt sowie zehn Spähwagen, 20 Transportfahrzeuge, sechs Straßentanksattelzüge und 25 schwere Straßentankwagen beschafft. Auch an einer Produktverbesserung für den Transportpanzer “Fuchs” (17,4 Millionen), Ausgaben für Zelte, Großzelte, Stromerzeuger, Wasseraufbereitungsanlagen und Sanitäranlagen sowie der Kauf eines chirurgischen Instrumentariums für 4,2 Millionen Euro ist gedacht.

Nähere Informationen: Deutscher Bundestag, PuK 2 – Parlamentskorrespondenz vom  08.04.2009

Quelle: NachDenkSeiten vom 9.4.09

GEORG SCHRAMM Wir sind die Sintflut

ZEIT Dossier vom 16.Juli 2009

Die Rathauszocker

Weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit haben sich Lokalpolitiker großer deutscher Städte auf Investoren aus den USA eingelassen – und ihnen Schulen, Messehallen, Krankenhäuser überschrieben. Jetzt können sie den Bürgern nicht einmal erklären, wie groß der Schaden sein wird.

Man stelle sich vor, ein verzweifelter Mann würde eine Schuldnerberatung betreten und erzählen, dass er Schulden von mehr als 100 Millionen Euro angehäuft habe – weil er einen Vertrag unterschrieben habe, den er nicht verstanden, ja nicht einmal gelesen habe. Mehr als 1000 Seiten seien es wohl gewesen, verfasst in englischer Sprache und leider nicht übersetzt. Nur eine zehn Seiten lange Zusammenfassung auf Deutsch habe er einsehen dürfen. Zur Vertragsunterzeichnung, erzählt der Schuldner weiter, habe er zu einer Anwaltskanzlei in New York reisen müssen. Dort sei in großer Hektik nachverhandelt worden – unklar, warum.

Am Ende habe ihm das Geschäft nicht den versprochenen Millionengewinn, sondern einen riesigen Verlust eingebracht. Schlimmer noch: Der Vertrag habe dazu geführt, dass er große Teile seines Eigentums verloren habe.

Der Schuldnerberater würde den Klienten vermutlich fragen, ob er noch bei Trost gewesen sei, sich derart fahrlässig und naiv auf ein Geschäft einzulassen, das er nicht durchschaute.

(…)

So blauäugig wie die Verzweifelten in der Schuldnerberatung haben sich viele deutsche Bürgermeister, Kämmerer und Gemeinderäte jahrelang verhalten – mit dem Unterschied, dass es nicht ihr Privateigentum war, das sie veruntreut hatten, sondern öffentliches Gut. Sie vertrauten einem Geschäftsmodell namens Cross Border Leasing, von dem sie sich Gewinne versprachen. Nun stehen sie mit leeren Händen da. Den Schaden haben die Bürger.

Weiter…

In Deutschland stiegen Gewinneinkommen  von 2000 bis 2007 sieben Mal mehr als die Löhne. Im gleichen Zeitraum wuchsen die Geldvermögen um mehr als 30 Prozent oder rund 1000 Milliarden Euro. Die Hälfte davon liegt bei nur zehn Prozent der Bevölkerung.

Quelle: Tagesspiegel vom 15.09.09

Unterstützung für ehrlich Ausgebeutete:

Geht’s noch tiefer?

Das fragte weissgarnix am 9. Februar 2010

“In der Zeitarbeit, im Gastgewerbe oder im Gartenbau, der Gebäudereinigung, in Call Centern, Werbung und Pflegeheimen, im Unterricht, dem Einzelhandel oder im Sicherheitsdienst lohnt sich Arbeiten oft nicht mehr, weil vor allem kinderreiche Hilfeempfänger bessergestellt sind als der ehrliche Verdiener einer Familie.”

Gefunden (leider) hier.

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