Reflexionen zu Axel Honneths Idee des Sozialismus (3)

25. Oktober 2016

Siehe auch Teil EINS und Teil ZWEI der Reflexionen über Axel Honneths Bemühungen um eine Neubestimmung der „Sozialistischen Idee“ Dieser Teil dürfte auch eine Weile nachreifen. Es wird hin und wieder durch zusätzliche Anmerkungen, Zitaten und Quellen ergänzt werden. Teil 4 folgt demnächst

„Das Reich der Freiheit beginnt in der Tat erst da, wo das Arbeiten, das durch Not und äußere Zweckmäßigkeit bestimmt ist, aufhört; es liegt also der Natur der Sache nach jenseits der Sphäre der eigentlichen materiellen Produktion. (…) Mit seiner Entwicklung erweitert sich dies Reich der Naturnotwendigkeit, weil die Bedürfnisse; aber zugleich erweitern sich die Produktivkräfte, die diese befriedigen. Die Freiheit in diesem Gebiet kann nur darin bestehn, daß der vergesellschaftete Mensch, die assoziierten Produzenten, diesen ihren Stoffwechsel mit der Natur rationell regeln, unter ihre gemeinschaftliche Kontrolle bringen, statt von ihm als von einer blinden Macht beherrscht zu werden; ihn mit dem geringsten Kraftaufwand und unter den ihrer menschlichen Natur würdigsten und adäquatesten Bedingungen vollziehn.“

Marx: Das Kapital, MEW Bd. 25, S. 828.

In seiner Reflexion über den Stellenwert des Begriffs Freiheit im frühsozialistischen Ideenhimmel beginnt Honneth sich ab etwa Seite 45/46, an Marx Kommunismus heran zu tasten bzw. zu dem, was er dafür hält..

Er bemerkt, dass …

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Zu Axel Honneths Idee des Sozialismus (2)

4. Oktober 2016

Im ersten Teil meiner Auseinandersetzung mit Axel Honneths Bemühung, durch die von ihm vorgeschlagene Neubestimmung der ’sozialistischen Idee‘ „nachzuweisen, dass im Sozialismus durchaus noch ein lebendiger Funken steckt“ (1)  hatte ich dargelegt, warum ich es für keine gute Idee des Philosophen halte, dass er die mögliche Bedeutung der historischen Erfahrungen mit der wenig rühmlichen Realität bisheriger Sozialismusversuche aus seinen Überlegungen ganz ausklammert. Das Gleiche ließe sich zum Fehlen sämtlicher Bezüge zu konkreten gesellschaftlichen Widersprüchen, Ansätzen, Bewegungen der Gegenwart sagen oder zu aktuellen Debatten innerhalb des im weitesten Sinne „marxistischen“ Spektrums. Auf keine der ca. 150 Seiten seiner Ausführungen gibt es auch nur eine Andeutung, dass Ökologie eine Rolle spielen könnte oder sollte.

Der Angesprochene würde vielleicht mit der Forderung kontern, seinem Versuch doch bitte mit hermeneutischem Wohlwollen‘ zu begegnen, sprich, zu akzeptieren, dass sich seine skizzenhaften  Überlegungen auf einem notwendig hohen Abstraktionsniveau bewegen und es darauf ankäme, das in seinen Gedanken steckende Potenzial herauszuarbeiten, es eigenständig weiter zu denken und produktiv zu nutzen.

Also gut: Für Honneth hat die Idee des Sozialismus eine eigene Geschichte, deren moderne Periode damit begann, dass…

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Facing the Anthropocene

3. Oktober 2016

Die Fortsetzung meiner Auseinandersetzung mit Axel Honneths Versuch einer Neubestimmung der „Idee des Sozialismus“ als eine Art Weiterentwicklung von Freiheit, Gleichheit, Geschwisterlichkeit hat mich an einen Punkt geführt, wo mir eine grundsätzliche Reflexion über Freiheit und Gleichheit als Konstruktionsbedingungen kapitalistischer Interaktionszwänge angebracht schien, und daran werde  ich wohl noch etwas laborieren.

Die hier eingetretene Stille ist also nur vorübergehen. Sie soll auch für einen Moment unterbrochen werden durch die Wiedergabe dieses Vortrags von Ian Angus.

Habe den Vortrag  inzwischen  auch life gehört, im Rahmen einer Konferenz über Marx and Nature.

Die Konferenz kann hier nachvollzogen werden.

Day school: Marxism and Nature

Werde mich demnächst hier mit einigen Aspekten auseinandersetzen (deutsch und englisch)

Der Eröffnungsvortrag: