Über den LINKEN Plan B (2)

27. Januar 2013

Fortsetzung meines lauten Nachdenkens über das 2012 von der Bundestagsfraktion der LINKEN vorgestellte Positionspapier über einen „sozial gerechten ökologischen Umbau“

Siehe Über den LINKEN Plan B (1)

Die ersten Absätze des neuen Abschnitts im Kapitel „Roter Faden“ könnte ich unterschreiben.

GARANTIERTE TEILHABE STATT STÄNDIGE UNSICHERHEIT.

Einkommen sichern, öffentliche Güter allen zugänglich machen, Arbeit verteilen

Soziale Nachhaltigkeit ist ein eigener Anspruch, der sich aus dem Nachhaltigkeitskonzept und den sozialen Rechten der Charta der Menschenrechte ergibt. Wesentliche soziale Grundrechte sind weltweit einklagbar zu realisieren und in Deutschland in der Verfassung festzuschreiben:

  • gesicherte Teilhabe an den menschlichen Grundbedürfnissen wie Ernährung, Zugang zu Wasser, Gesundheit, Mobilität, Sorge und Versorgung,
  • Recht auf Arbeit und gleichberechtigte Teilhabe an Bildung und am sozialen, politischen und kulturellen Leben durch Erneuerung des Sozialstaats, Sicherung der Daseinsvorsorge und umfassender Demokratisierung der Gesellschaft.

Allerdings wurden bei der Auflistung von zu garantierenden Grundrechten (menschwürdiges) Wohnen und Zugang zu wesentlichen Kommunikationsmtteln vergessen.

Etwas komisch wirds aber direkt darunter.

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Von der Fairness zur gemeinsamen Verantwortung?

25. Januar 2013

Ach, das ist doch mal was Interessantes:

Im Joop-Koopmans-Blog lese ich grad den folgenden Aufruf.

Ich lade alle Blogger, die sich mit den Themen, Ökologie, Nachhaltigkeit, fairer Handel, Ökonomie etc. beschäftigen dazu ein, sich in ihren Blogs darüber Gedanken zu machen, wie man das Geschäftsmodell der “fairen Banken” besser benennen kann und wie man das Geschäftsmodell der “pervertierten Banken” korrekter benennen kann. Denn es kann doch nicht sein, dass eine Bank wie die Deutsche Bank ihre Geschäfte macht ohne, dass sie ein passendes Attribut verliehen bekommt. Und dieses passende Attribut sollte auch in die normale Alltagssprache Einzug halten. Wir haben es in der Hand die Dinge richtig zu benennen und wir haben durch die Kommunikationsmöglichkeiten des Webs auch die Kraft und die Möglichkeit diese richtigen Namen durchzusetzen und sie alltagstauglich zu machen..

Nunja. Solche Begriffe und die daran geknüpfte Konzepte bzw. Perspektiven wie „Fair Trade“ sind natürlich historische Momentaufnahman. Teil gesellschaftlicher Emanzipationsprozesse. Die können schließlich nicht mit dem korrekten Ende beginnen. Der Ausdruck „Fair“ berücksichtigt, dass die (ungleichen) Machtverhältnisse nicht von heute auf morgen beseitigt werden können. In der Regel meist an die Einsichtigkeit des Stärkeren appelliert. Solange die Kräfteverhältnisse nicht zu kippen sind, ist das auch ein adäquates (das historisch adäquate) Mittel sozialer Emanzipation. Aber: es hat auch einen Sanktionierungseffekt, reproduziert ein paternalistisches Verhältnis zu den Benachteiligten.  Außerdem:

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Über den LINKEN Plan B (1)

19. Januar 2013

Eine notwendige Vorbemerkung:

Meine kritischen Anmerkungen zum hier und dort Aufgelesenen  kommen öfter mal sehr schroff  daher, und es könnte der Eindruck entstehen, dass es mir nur darum geht, das Haar in der Suppe zu finden und alles schlecht zu machen. Dass ich zum Beispiel die LINKE eh nicht mag und mir nur Sachen heraussuche, die meine Abneigung zu rechtfertigen scheinen. Der Eindruck ist falsch. Ich freue mich über jeden Fortschritt, den die LINKE  in Richtung einer  Perspektive schafft, in der ich eine ökohumanistische erkennen könnte. Das lässt sich über den im „Plan B“ vorgeschlagene UTE-Fond mit kleinen Einschränkungen gewiss sagen. Und es wäre außerordentlich spannend dies auf einer Tagung mit Konzepten der SPD, der PIRATEN und den GRÜNEN  zu vergleichen, mögliche Schnittmengen oder auch Michschungen der Konzepte  zu durchdenken.

Man kommt ja nicht mehr hinterher. Auf der diesjährigen Transformationskonferenz der RLS hatte ich von einem PlanB läuten gehört, der irgendwie mit der linken Bundestagsfraktion und mit Ökologie zu tun haben soll.  Warum Plan B? Keine Ahnung. Google fühlt mich zu einer vergangenen Konferenz, der Website Plan-B-Mitmachen. und schließlich einem progrmmatischen Text unter dem Label.

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GRÜNE PERSPEKTIVEN MIT MARX?

11. Januar 2013

Ein interaktiver Lesekurs

„Die kapitalistische Produktion entwickelt daher nur die Technik und Kombination des gesellschaftlichen Produktionsprozesses, indem sie zugleich die Springquellen allen Reichtums untergräbt: die Erde und den Arbeiter.

(MEW, 23,530)

Wie passt diese Diagnose aus dem KAPITAL zu Marx Ansicht, dass sich eine neue Grundlage des menschlichen Füreinanders nicht etablieren könne, solange die dafür notwendigen Produktivkräfte nicht entwickelt sind?

Welche Produktivkräfte verlangen heute nach Produktionsbedingungen, die ein ökologisch vernünftiges Miteinander erlauben?

Zur vertiefenden Diskussion dieser und anderer Rätsel der Geschichte rund um den grünen Marx wird parallel ein Internet-Blog geschaltet. (Vorkenntnisse und aktive Teilnahme am Blog sind von Vorteil aber keine Bedingung)

Der Blog wird gerade eingereichtet. Siehe:   http://oekomarx.wordpress.com/

Seminarleitung: Hans-Hermann Hirschelmann, Dipl. Soz. Berlin

Termine: jeweils Donnerstag 19:00 Uhr 7.02., 21.02., 7.03.,21.03.
Veranstalter: Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung

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Veranstaltungsort: Kottbusser Damm 72, 10967 Berlin

Fragen: mail@hhirschel.de


Wie der Wortschritt einmal über die 11. Feuerbachthese stolperte und danach meinte, sie sei hinfällig

8. Januar 2013

Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert,es kömmt darauf an, sie zu verändern

Marx berühmte 11.These zu Feuerbach bringt seine gemeinsam mit Engels verfasste Kritik der Junghegelianer auf den Punkt. Diese philosophische Strömung (der M&E einst selbst nahe gestanden waren)  hatte sich der ideologiekritischen Aufklärung verschrieben. Die Junghegelianer fühlten sich berufen, einen Zustand der Vernunft zu kritisieren, bei dem die von sich selbst entfremdet ist – zum Beispiel in Gestalt der Religion oder, das unterschied sie von ihrem staatsergebenen Lehrmeister Hegel – des Staatswesens. Damit verbunden war die frohe Erwartung, dass die Vernunft durch die Kritik ihrer Entfremdung zu sich selbst kommt und den Menschen so dann ein Wohlgefallen sein wird – zum Beispiel in der Gestalt des Sebstbewusstseins, eines wohlverstandenen Egoismus usw.

Marx (und Engels) nannten das „Deutsche Ideologie„, die ihrer Ansicht nach Ausdruck erstarrter Verhältnisse in den (damaligen) deutschen Landen sei. Weil die keine wirklichen, d.h. keine sozialen bzw. politischen Fortschritte erlaubten, würden die fortschrittlichen Philosophen das Heil der Menschheit im Austausch der von ihnen als falsch erkannten Ideen suchen, und damit das Bestehende höchstens anders erkennen. Das würde nach Marx/Engels verkennen, dass den verkehrten Ideen verkehrte Verhältnisse zugrunde liegen, die, solange sie bestehen, die kritisierten Vorstellungen stets aufs Neue hervorbringen.

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