Zu Althussers Kampf gegen sozialistischen Humanismus als Leitbegriff einer sozialistischen Theorie sozialer Emanzipation (1/2)

Wer nach strukturellen Grundlagen ökologisch reflektierter Mitmenschlichkeit sucht, und die Marx/Engels-Erkentnisse und Ideen als eine hilfreiche Quelle der Inspiration und Erkenntnisgewinnung für eine solche Perspektive betrachtet, wird sich an Althussers Essay-Sammlung „Für Marx“ aus den 1960’er Jahren reiben müssen. (Zu Teil 2/2)

Mit seinen gegen Ende der Chruschtschow-Ära verfassten Kampfschriften gegen jegliche  Versuche einer „marxistischen“ bzw. „sozialistischen“ Theorie des Humanismus wollte Althusser die „Gefahr“ einer das menschliche Individuum idealisierenden, (klein-)bürgerlichen Verflachung des Marxismus abwehren.

Würde dessen politsche und  philosophische Praxis nicht mehr auf die wissenschaftliche Theorie des historischen Materalismus aufbauen, für den sich die gesellschaftichen Perspektiven aus Widersprüchen zwischen Produktivkraftentwicklung und Produktionsverhältnissen ergeben, sondern auf die (bürgerlich) idealistische Setzung eines menschlichen (guten) Wesens, dem die (böse gewordene) Welt anzupassen sei, müsste das in die Irre führen.

Als Ideologie sei der Humanismus mit seiner (spontan meist richtig verstandenen) Gegenüberstellung von „menschlich“ und „unmenschlich“ zwar durchaus sinnvoll,  ja, sogar unvermeidlich, und der Marxismus auch praktisch politisch herausgefordert, selbst für mehr „Menschlichkeit“ bzw. gegen „Unmenschlichkeit“ zu streiten. Aber eine wissenschaftliche Theorie hätte weitergehendes Erkenntnisinteresse zu provozieren, das sich auf die materiellen, vom Wunschdenken unberührten Entwicklungsbedingungen richtet.

Deshalb sei dem nach Chruschtschows Enthüllungen über den Stalinismus in die Krise geratenen Marxismus mit einem positiven Bezug auf Marx‘ „noch“ anthopologisch-idealistisch = humanistisch argumentieren JUGENDSCHRIFTEN nicht geholfen. Erst seit etwa der „Deutschen Ideologie“ sei der Marxismus nach Ansicht Althussers zur „Wissenschaft von der Geschichte“ geworden (die die materiellen  Bedingungen gesellschaftlicher Entwicklung ergründet, die einer historischen Epoche eigenen sind und die gegebenenfalls eine neue Epoche einleiten könnten). Nur so hätte der Marxismus zum geistigen Fundament des revolutionären Klassenkampfes des Proletariats werden können. Eine marxistische Philosophie könne diesem Klassenkampf des Poletariats nur dann eine sozialistische Orientierung verleihen (bzw. die „Kleinbürger“ nur dann darauf orientieren, dem dienlich zu sein) wenn sie auf die wissenschaftlich gewonnenen Erkenntnisse des historischen Materialismus oder zumindest auf dessen Fragestellungen / Erkenntnisinteressen fuße.

Würde die als solche gegebenenfalls hilfreiche, notwendige, gute usw. Ideologie des Humanismus zur wissenschaftlichen (gar „marxistischen“) Theorie erklärt, wäre diese Theorie aber keine Theorie mehr sondern nur eine Ideologie. Eine darauf  (man könnte sagen: auf Wunschdenken) aufbauende Philosophie könnte auch die erwähnte Erziehungsfunktion gegenüber den „Kleinbürgern“ nicht mehr wahrnehmen. Sie wäre nicht einmal in der Lage, die Fragen zu formulieren, die unter Umständen zu weiter führenden Erkenntnissen führen – können.

Allerdings zeigte Althusser selbst, dass die Trennung sprachlicher Produktionsmittel in einerseits ihrer Funktion als Werkzeug einer wissenschaftlichen, d.h. dem systematischen Schaffen wirklichen Wissens dienlichen Theorie und andererseits in ihrer Funktion als Mittel der Formulierung nicht wissenschaftlich begründeter Vorstellungen (= der Ideologie) nicht so leicht ist.

Wenn Althusser z.B. streng zwischen wissenschaftlichen und ideologischen BEGRIFFEN unterscheidet, (Produktivkräfte, Produktionsverhältnisse, Gesellschaftsformationen = wissenschaftliche, Humanismus, Entfremdung, Fetischismus = ideologische Begriffe) so trägt er damit unwillkürlich selbst zur Ideologisierung (Entwissenschaftlichung) gerade der scheinbar aus sich selbst heraus „wissenschaftlichen“ Begriffe bei.

Er beachtete offenbar nicht, dass kontextlos benutzte BEGRIFFE unwillkürlich einen Fetischcharakter annehmen. Sie werden als mit eigenem Geist beseelt vorgestellt (Objekt-Subjekt-Verkehrung) und auf der Grundlage auch leicht zum Mittel politischer Manipulation. Nicht zuletzt der zur Legitimationsideologie gewordene „Marxismus“ des Realsozialismus hatte das verdeutlicht. Dessen Floskel von der „wissenschaftlichen Weltanschauung“ diente vor allem als ein Mittel autoritärer Wahrheits- und Wahrhaftigkeitsanmaßung und ähnelte darin nicht ohne Zufall dem „Gottesgnadentum“ absolutistischer Herrscher.

Alle Begriffe und insbesondere solche die in wissenschaftlichen Projekten benutzt werden, haben auch eine ideologische Komponente bzw. Wirkung. Althussers Plädoyer für einen theoretischen Antihumanismus war schon wegen dessen mögliche Wirkung in Richtung Rechtfertigungsideologie für eine inhumane Praxis fragwürdig. Denn auch wenn Althusser seinem Begriffskind bedeutet haben mag, gefälligst der wissenschaftlichen Neugierde auf die Bedeutung der Produktivkraftentwicklung für die allgemeine Akzeptanz gegebener Produktionsverhältnisse zu lenken und sich für DIESEN Zweck vom humanistisch begründeten  Wunschdenken zu befreien, so entwickelt sich die GESELLSCHFTLICHE Bedeutung so eines Begriffs wie „theoretischer Antihumanismus“ eben doch auf Basis gesellschaftlicher Bedürfnisse. Und damit ganz unabhängig vom Willen des sich als Begriffeschmied  betätigenden Zaubermeisters, der damit aber keineswegs aus der Verantwortung raus ist.
Im Grunde wiederholte Althusser den fatalen Fehler Marx/Engels im Hinblick auf  die von ihnen fromm und fröhlich propagierte „Diktatur des Proletariats“. Auch das war, wenn man so will, ein „rein wissenschaftlicher Begriff“. Marx/Engels gedachten der erkannten Notwendigkeit Rechnung zu tragen, dass die Emanzipation aus der (irgendwann einmal zugleich unerträglich wie historisch überflüssig und überwindbar gewordenen) Unmöglichkeit einer mit gesamtgesellschaftlicher Vernunft  gesegneten (weil auf Übereinkommen von sich weltgemeinschaftlich formierenden Subjekten gründenden) sozialen Steuerung der Produktion und Aneignung menschlicher Existenz- und Bereicherungsmittel noch für eine längere Zeit mit normalen staatlichen(Zwangs-)Mittel abgesichert werden muss also mit Geld, Steuern Gesetze usw. (die dann aber, so die Erwartung,  mit der Zeit überflüssig würden). Dass sich Marx/Engels die politische Form dieser „sozialen Herrschaft“ proletarischer Selbstbefreiung (Entherrschungsherrschaft?) als parlamentarische Demoktratie vorstellten, hatte der ideologischen Funktion (Funktionalisierung) ihres fröhlichen „Diktaturversprechens“, nämlich dem „realsozialistischen“ Fürsorgeblödsinn den Schein geistiger Autorität zu verleihen, nicht verhindert.

Die marx/engelssche Aversion gegen einen mystifizierenden Gebrauch des Begriffs FREIHEIT ist zwar ebenso nachvollziehbar wie Althussers Ärger über eine Ableitung gesellschaftlicher Perspektiven aus bloßen Vorstellungen eines ursprünglich unentfremdeten menschlichen Wesens das per teleologischer Allvernunft der Geschichte und des seinem Geist dienenden Proletariats dialektsch zu sich selbst finden wird. Aber heute ist nicht mehr zu übersehen, dass jede politisch wirksame Initiative Dispositive totalitärer Menschenfeindlichkeit in sich trägt, deren Gefahren zu entdecken und zu entschärfen eine der vornehmsten Aufgaben jedweder Philosophie UND Wissenschaft ist. Das ist sicher nicht vordringlich eine Frage der politisch korrekten (verantwortlichen) Begriffswahl. Aber deren Potenziale dürfen auch nicht unterschätzt werden.

Wie sehr die Theorie der „Diktatur des Proleteriats“ als eine (fragwürdige) IDEOLOGIE  funktioniert(e) zeigte sich nicht zuletzt daran, dass Althusser in „Für Marx“ das Selbstbild des Stalinismus als „Diktatur des Proletariats“ und die der Chruschtschow-Administration  als „Überwindung der Diktatur des Proletariats und im Übergang zum Kommunismus befindlich“ umstandslos für bare Münze nahm. Den Stalinismus nannte Althusser damals ein (verbrecherisches) „Überbauphänomen“ auf einem sozialistischen Fundament.

Bei einem halbwegs wissenschaftlichen Herangehen müsste aber die Frage (gegebenenfalls neu) aufgeworfen werden, was denn damals die Realität dieses Übergangs ausmachte (und damit die Realität des Kommunismus, in die UdSSR Chruschtschows angeblich überging)

Dass Althusser später, wie der Herausgeber der Neuauflage der deutschsprachigen Ausgabe von „Für Marx“ von 2011 Frieder Otto Wolf in seinem Nachwort erwähnt,  die Perspektive einer klassenlosen Gesellschaft als Illusion verwirft (statt dies ersteinmal als eine These zu behandeln, über deren Plausibilität sich nicht nur streiten sondern auch Erkenntnisse gewinnen lässt), bestätigt die Annahme, dass Althussers Wissenschaftsfreundlichkeit selbst sehr stark einer ideologischen Wahrnehmung bzw. Verarbeitung der Wirklichkeit verhaftet war.

Wolf bemerkt  in seinem Nachwort außerdem eine „zeitgebundene Beschränktheit“ in Althussers Bemühen, „JEGLICHE theoretische Bezugnahme auf allgemeine Eigenschaften des Menschen anzugreifen, (S. 353)

Indem Althusser alle humanistischen Überlegungen des Rückfalls in die bürgerliche Ideologieform des possessiven Individualismus verdächtigte, identifizierte er „Humanismus“ mit einer mehr oder minder radikalen Variante des modernen Liberalismus.“

(S. 353)

Wobei, nebenbei bemerkt, ein Programm, mit dem Wissen über gesellschaftliche Entwicklungskonzepte und deren mögliche Grundlagen generiert werden soll, außer nach Gegensätzen auch nach etwaigen Gemeinsamkeiten von Liberalismus und Kommunismus zu fragen hätte.

Aber in der Hauptsache ist gut, dass F.O. Wolf die „historische Beschränktheit“ Althussers „Antihumanismus“ klarstellt. Und das macht auch klar: Wir brauchen ein unvoreingenommenes Erforschen, Erörtern und gegebenenfalls Konstuieren/Festhalten von Deutungsmustern eines (öko-)kommunistischen Humanismus – und deren materielle Grundlagen.

Zu Althussers Kampf gegen sozialistischen Humanismus als Leitbegriff einer Theorie sozialer Emanzipation Teil 2

hh

Nachtrag:   Aus Althussers letzten Typoskript mit von ihm so genannte Juni-Thesen (*) zitiert Frieder Otto Wolf Althusser mit den Worten, dass…

„der  theoretische Antihumanismus  von  Marx  die  Bedingung  ist:  1/  seiner  wissenschaftlichen  Theorie  der Gesellschaftsformationen  [frz.  „formations  sociales“].  2/  des  praktischen,  brüderlichen Humanismus des Kommunismus.“

Das legt den Gedanken nahe, dass A hier einer lustvoll provokanten Freude an scheinbare Paradoxien erlegen war, wie sie Marx so oft mit großer Kunstfertigkeit gelang, und dass dies die eigene Lust auf weiter gehende Gedanken blockiert haben könnte, die sich weniger chique formulieren lassen. Etwa, dass es bei Marx nirgendwo auch nur den Hauch eines Hinweises für einen „theoretischen Antihumanismus“ gibt, wohl aber für einen theoretischen Anti-Idealismus. Nicht zuletzt auch im Hinblick auf  eine Verallgemeinerung idealistisch-projektiver (z.B. vom Wunschdenken oder irgendwelchen Ängsten diktierter) Vorstellungen von Menschlichkeit und  der Perspektive einer menschlichen Gesellschaft, deren Geschichte nach Marx bekanntlich erst mit der Aufhebung von Klassenprivilegien und der Möglichkeit einer (welt-)gemeinschaftlichen Steuerung der menschlichen bzw. von Menschen beeinflussbarer Produktivkräfte beginnt.

*Die Veröffentlichung des Typosripts ist aus verschiedenen Gründen von den Nachlassverwaltern Althussers gesperrt. Frieder Otto Wolf erörtert dessen Inhalt in einer zum Downlnoad bereit stehenden Betrachtung.

„Zuletzt endlich – Brot und Rosen“ Ein Bericht über Althussers Juni-Thesen

http://www.episteme.de/download/Wolf-Juni-Thesen-Althusser.pdf

(Letzter Zugriff am 22.9.12)

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7 Responses to Zu Althussers Kampf gegen sozialistischen Humanismus als Leitbegriff einer sozialistischen Theorie sozialer Emanzipation (1/2)

  1. Wissenswertes zu Althusser ist dem in der ZEIT erschienenen Beitrag von Peter Schöttler zu entnehmen:

    http://www.zeit.de/1992/24/ein-lebendiger-toter

    Sowie dem Spiegel vom 04.05.1992
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9277946.html

  2. Allerdings würde wohl auch die folgende Variante noch ein großes Potenzial für Missverständnisse beinhalten:

    Ein theoretischer Antiidealismus wäre nach Althusser notwendig, weil …

    … die gegenwärtigen Produktionsbedingungen ein vernünftiges Bedenken (Zwecksetzen, Wähen der Mittel usw.) verunmöglichen und erst die materiellen (historischen) Bedingungen geschaffen werden müssen, unter denen der Idealismus tatsächlich regieren kann, sprich die Menschen sich unter Berücksichtigung vorhersagbarer Anstrengungen und Wirkungen gemeinsame Ziele setzen können, die dann auch nachhaltig begeistern können.

    Das sollte allerdings nicht als Empfehlung missgedeutet werden, nun ganz ohne Ideale zu leben. Ist die Behauptung der Erkenntnis „unmarxistisch“, dass der aufrechte Gang die der menschlichen Art gerechten Haltung ist? Also die Verallgemeinerung der Fähigkeit, für die sozialen bzw. ökologischen Folgen bzw. Voraussetzungen der Bedürfnisbefriedigung hinterher auch gerade stehen zu können? Ließe sich nicht genau so die marxsche Perspektive eines kommunistischen Humanismus auf den Punkt bringen?

    Nach Athusssers Logik einer Unterscheidung in theoretischen und praktischen Humanismus müsste man sagen, dass dieses Ideal zwar prima sei, aber als Theorie zu bekämpfen, weil sie für eine wissenschaftlich begründete Perspektive nichts tauge. Man bräuchte vielmehr einen theoretischen Anti-Idealismus, der einem dazu anhält, nach den zwingenden Umständen einer solchen Entwicklung zu fragen.

    Wunderbar. Alles sind begeistern. Theoretischer Antihumanismus. Ideale sind unwissenschaftlich. That´s it! ??? Und dann… ?

    Dann hätte man die Grundlage eines ideologischen Verständnisses von „theoretischem Antihumanismus“ angelegt, das dann auch mit Gewissheit seine ganz eigenen Wege suchen und finden wird.

    Um die Begriffe „Idealismus“ und „Materialismus“ sind gewiss nicht alle Unklarheiten beseitigt, und vielleicht sollte nach passenderen Wörtern gesucht werden, die das Begreifen dessen, was im marxschen Kontext gemeint ist, erleichtern. Denn auch die sprachlichen Produktionsmittel sollten so bestimmt werden, dass sie leicht vergemeinschaftet und so wirklich zum gemeinsamen Instrument sozialer Emanzipation werden können.

    Beim marxschen Materialismus gehts ja tatsächlich nicht gegen Ideale sondern um Möglchkeiten der Veränderung historisch, d.h. von den jeweils gegebenen Menschen und Institutionen nicht OHNE WEITERES zu ändernde Handlungsbedingungen, die sehr weitgehend auch die Grenzen des Bedenkens bestimmen. Es geht also unter anderem um die Erforschung historischer (darunter nicht zu letzt technologischer) Möglichkeiten der Etablierung mitmenschlicher Behauptungsbedingungen und ihnen entsprechenden Rechtfertigugsbeiehungen als Grundlage des globalen Füreinanders.

    Das so vorweg bestimmte Ziel mag als subjektivistische Verallgemeinerung eines idealistischen (= vom Wunschdenken diktierten) Menschenbildes gesehen werden und strittig sein. Allerdings lassen sich eine wachsende Notwendigkeit UND Möglichkeit der Entwicklung und Verallgemeinerung einer Art gerechten Haltung der miteinander interagierenden Sujekte und also der Etablierung entsprechender Behauptungsbedingungen bzw. Rechtfertigungsbeziehungen auf vielerlei Weise konkret aufzeigen.

    Ob ein Begriff „wissenschaftlich“ ist oder nicht, hängt eben von der Art und dem Gebrauch seiner Bestimmungen ab. Und dabei ist zu bedenken, dass die gegebenen (nicht sehr idealen) Verhältnissen dabei stets ein Wörtchen mitreden und zum Beispiel dazu beitragen können, aus dem theoretisch Gutgemeinten am Ende ein praktisch Schlechtgelaufen zu machen. Das kann durch eine noch so intelligente Wahl der Orientierung verleihenden Begriffe nicht verhindert werden. Nur lehrt zum Beispiel die reale Deutungsgeschichte des Begriffs „Dikatatur des Proletariats“ wo der Gebrauchswert eines noch so „dialektisch“ gewitzt gemeinten „theoretischen Antihumanusmus“ am Ende landen könnte.

    Hierzu siehe auch https://oekohumanismus.wordpress.com/2013/05/13/es-kommt-darauf-an/

  3. Heilige Ungeduld! Wohl nicht so ganz selten kommen meine Beiträge hier etwas frühreif an und müssen dann Stückchen um Stückchen nachreifen. Tippfehler und auch manches Unterständliche verschwinden so erst mit der Zeit. Der obigen Kommentar hatte aber eine Grundüberholung nötig damit er überhaupt erst verständlich wird.

    Hoffe die Auseinandersetzung mit Althussers „theoretischen Antihumanismus“ demnächst mal fortsetzen zu können.

  4. hhirschel sagt:

    Heute kleine Korrekturen und Ergänzungen angebracht. (Zur Fortsetzung werde ich wohl erst im Sommer 14 kommen)

  5. Eine vehemente Kritik der Auffassung Althussers und allgemeiner eines „srukuturalistischen Marxverständnis“ liefet Werner Seppmann in „Versuch über den Ideologie-Komplex„, zu finden im Gasnost-Archiv.

  6. Noch einmal zu dem von Althusser behaupteten Gegensatz der seiner Meinung nach wissenschaftlichen Begriffe „Produktivkräfte“ und „Produktionsverhältnisse“ und dem seiner Meinung nach ideologischen Begriff eines sozialistischen / marxistschen Humanismus.

    Begriffe wissenschaftlich oder ideologisch zu nennen, unterstellt, dass ihnen als solche eine überhistorische, intrinsische Wahrheit und Handhabung zukäme, die nun einmal nur so und nicht anders bestimmt „ist“, also durch ein immerwährend wahres Dogma.

    Inwieweit als Humanismus, Produktivkräfte oder Produktionsverhältnisse bestimmte Erscheinungen, Funktionsprinzipien, Ziele, Mittel usw. Teil eines wissenschaftlichen Prozesses sind oder eine nicht weiter begründete, nicht falsifizierbare Vorstellung bleibt, hängt davon ab, in welchem Kontext, mit welcher Bestimmung und Perspektive sie im Gebrauch sind.

    Ich nenne Mittel, Wege und Zielvorstellungen humanistisch bzw. ökohumanistisch, die in Richtung einer Weiterentwicklung, Verallgemeinerung (auch Globalisierung) und erweiterten Anwendung der menschlichen Fähigkeit gehen, für die zur Bedürfnisbefriedigung aufzubringenden bzw. in Kauf zu nehmenden Voraussetzungen und Wirkungen gerade stehen, d.h. sie rechtfertigen und gegebenenfalls – mit vereinten Kräften – verändern zu können. (Die seiner Art gerechten Haltung des Menschen ist sein aufrechter Gang) Das zielt also auf – eben als ökohumanistisch oder auch als ökokommunistisch – bestimmte (Re-) Produktionsverhältnisse. Natürlich ist diese Bestimmung als solche nicht wissenschaftlich sondern philosophisch. Aber ich setze weder die Notwendigkeit noch die Möglichkeit der Erringung eines solcherart ökohumanistischen Füreinanders als ein Dogma einfach voraus. Das wäre in der Tat ein,ideologisches Herangehen. Ich bemühe mich um Erkenntnisse über die gesellschaftlichen (historischen) Notwendigkeiten und Möglichkeiten der Etablierung ökohumanistischer (Re-) Produktionsverhältnisse und welche Rolle dabei welcherart (Re-)Produktivkraftentwicklung spielt. Und ich mache das mit durchaus wissenschaftlichen Mitteln.

  7. […] aus dem Elend ihrer selbstverschuldeten Perspektivlosigkeit befreien? Helfen könnte etwa, Althussers Verdikt der Unwissenschaftlichkeit jeglicher Bemühungen zu hinterfragen, einen sozialistischen (bzw. […]

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