Im Menschheitshimmel war er längst …

27. November 2011

… angekommen. Dafür hätte er nicht schon gut ein Jahrzehnt vor dem 100sten Geburtstag sterben müssen. Wer hätte Georg Kreisler nicht noch einige Bonus-Jährchen irdisches Glück gegönnt …

Den Rest des Beitrags lesen »

Advertisements

Häppy Birthday ak :-)

21. November 2011

Oh weh! Hätte ich die Webpräsenz des „Neuen Deutschland“ heut`nicht nach Wissenswertem durchstöbert, wäre mir der 40. Geburtstag meiner einstigen Laib- und Magenzeitung (ak) doch glatt entgangen.

Schade eigentlich, dass ich das Blatt inszwischen so sehr aus den Augen verloren habe. Der schöne Artikel aus dem ND vom 16.11. macht jedenfalls neuen Appetit – zumal ein Relaunch zu vermelden ist.

Herzlichen Glückwunsch ak!

Bin wirklich gespannt, wie`s weiter geht…


Zum „Prager Frühling“ Inteview mit Michael Hardt („Kommunismus neu denken“)

14. November 2011

Kommunismus  spukt inzwischen nicht mehr allein in seiner schreckgespenstischen Gestalt des untergegangenen „Realsozialismus“ durch die Köpfe, sondern kann offenbar zunehmend (wieder) als Verallgemeinerung sozialer Bewegungen identifiziert werden, die  in einer freiheitlichen Weise (das jeweils Besondere also nicht gering achtend) gemeinsame Ziele bestimmen und zu erreichen trachten. Oder perspektivisch gesehen als Etablierung eines Weltsystems gemeinsamer  Selbstbeherrschung, das den (weltweit) miteinander interagierenden Individuen und ihren Institutionen erlaubt, Produktion, Konsum und Wissenschaft sowie Reflexion und Wahrnehmung sozialer bzw. ökologischer Mitverantwortung rational, d.h. auf Basis weltgemeinschaftlich abgestimmter Zwecksetzungen zu regeln, die die Möglichkeit nachhaltigen Wohlergehens und -tuns kommender Generationen (und außermenschlicher Lebenszusammenhänge) im Blick hat.

Eines der hier und da aufblitzenden Zeichen für den gesellschaftlichen Neustart eines entsprechenden Verständnis von Kommunismus scheint das Buch „Commonwealt“ von Toni Negri und Micharel Hadt zu sein. Darauf deutet zumindest das Interview des „Prager Frühlings“ mit dem Mitautoren des „Commonwealth“ Michael Hardt hin. Da ich nicht weiß, ob ich jemals dazu kommen werde, mich durch diesen  Wälzer durchzubeißen, (meine To Read List ist eh schon lang genug) bin ich doch recht dankbar für diesen kleinen Einblick in das derzeit viel diskutierte Werk.

Michael Hardt meinte in dem Interview folgendes:

Um den Kommunismus neu zu begründen, schlagen Toni und ich vor, mit der Perspektive des Gemeinsamen (Common) zu starten. Es bezeichnet Formen des Wohlstands (Wealth), den wir auf offene Art und Weise teilen. Einerseits sind die Erde und ihre Ökosysteme wie Wasser, Luft und Boden Gemeingüter – oder sollten es zumindest sein. Wir teilen alle die Vorzüge dieser Elemente und teilen auch die Folgen von steigender Umweltzerstörung. Auf der anderen Seite sind die Resultate der immateriellen Produktion, wie Ideen, Sprachen und Affekte Gemeingüter, also Commons. Wir meinen mit den Commons in beiden Hinsichten Gemeingüter, die weder Privateigentum noch Staatseigentum sind. Die Gemeingüter sind die Basis dafür, den Kommunismus neu zu denken.“

Kein schlechter Gedanke!  Damit Kommunismus nicht nur neu gedacht sondern auch tatsächlich gemacht werden, d.h.  sich als eine Perspektive sozialer Bewegungen entwickeln kann, die das kapitalistischen Füreinander tatsächlich zum ökohumanistischen Miteinander machen, (was sie aus den eigenen Existenzbedingungen heraus allerdings so explizit nicht  im Programm haben können), sollte der Gedanke allerdings vertieft um nicht zu sagen, noch etwas besser fundiert werden.

Es sollte z.B. nicht der Fehler gemacht werden, sich Commons (Bereiche gemeinsamer Verantwortung) idealistisch als schon vorhanden vorzustellen. Das hieße ja, dass bereits (welt-)gemeinschaftlich über deren Nutzung und Pflege entschieden werden könnte.  Diese Möglichkeit gilt es aber in der Regel erst herzustellen.

Produktivkräfte (wie etwa  Sonnenschein,  Software zur Errechnung eines Speicher – und Einspeiseoptimums für Solarenergie oder die steigende Möglichkeiten, Produktivitätsfortschritte in Industrie, Landwirtschaft oder der Energieversorgung  und -nutzung) können womöglich das erste Mal in der (Vor-)Geschichte der Menschheit wirklich einer (welt-)gemeinschaftlichen Steuerung unterworfen werden.  Aber die Notwendigkeit wie auch die Möglichkeiten dessen (sowie die mehr oder auch weniger bewussten Ansätze in eine solche Richtung), müssen tagtäglich neu herausgearbeitet und in soziale Energie zur Entwicklung bzw. Verallgemeinerung einer solchen Perspektive verwandelt werden.

Das ist auch deshalb nicht einfach, weil die Perspektive eines nicht privat und perspektivisch vielleicht nicht einmal staatlich regulierten Miteinanders sich nicht nur in Commons-Nischen entwickeln sondern eben auch explizit innerhalb des privat- oder nationalstaatseigentümlich vermittelten Füreinanders. Zum Beispiel als Einschränkung privater Willkür bzw.  Eingrenzung der  Belohnung von Raubbau durch den freien Markt durch Festlegung sozial bzw. ökologisch vernünftigerer  Standards, Ökosteuern usw (die eben auch im internationalen bzw. globalistischen Füreinander zu etablieren sind was etwa die Frage nach einer ökologischen Reform der WTO aufwirft.)

[Habe den  Text am 12.12.12 überarbeitet]