Leistung!

Die neuste Westerwelle  schwemmte mal wieder reichlich Treibgut zum Bau eines ideologischen Konstrukts zum Einflößen von „Respekt -vor-dem Eigentum“ (wie ihn BZ-Kulturpreisträger  Sloterdijk ersehnt), an Land („Leistung muss sich wieder lohnen“). Und keine Elbe-Flut spült den Unsinn dieses Leistungsfetisch heute in Richtung Mehr-Wahrnehmung  seiner sozialen (bzw. ökologischen) Kosten. Oder heißt mehr Leistung nicht (auch) mehr Klimakatastrophe?

Marx schon beschrieb den Warensinn sich (für das Kapital) lohnender Leistung – etwa zum Zwecke der  Selbstbetäubung

Die Kellerwohnungen in London bringen ihren Vermietern mehr ein als die Paläste, d.h., sie sind in Bezug auf ihn ein größrer Reichtum, also, um nationalökonomisch zu sprechen, ein größrer gesellschaftlicher Reichtum.
Und wie die Industrie auf die Verfeinerung der Bedürfnisse, ebensosehr spekuliert sie auf ihre Roheit, aber auf ihre künstlich hervorgebrachte Roheit, deren wahrer Genuß daher die Selbstbetäubung ist, diese scheinbare Befriedigung des Bedürfnisses, diese Zivilisation innerhalb der rohen Barbarei des Bedürfnisses. Die englischen Schnapsläden sind darum sinnbildliche Darstellungen des Privateigentums. Ihr Luxus zeigt das wahre Verhältnis des industriellen Luxus und Reichtums zum Menschen. Sie sind daher mit Recht auch die einzigen, wenigstens mild von der  englischen Polizei behandelten Sonntagsvergnügungen des Volkes.“

Marx: Ökonomisch-philosophische Manuskripte aus dem Jahre 1844,  MEW Bd. 40, S. 552

Die Grünen sind dafür zu tadeln, dass sich niemand findet, der das geistig-moralische  (An-) Treibgut Westerwelles  zum Anlass nimmt, endlich mal die posttraumatische Belastungsstörung  der Partei in Angriff zu nehmen, die ihr gesamtes Personal in kollektiver Regression verharren ließ, nachdem die einstigen Opponenten gegen die Schröder-Clement / Fischer-Künast-Regierung Westerwelle und Merkel (noch als Kohl Adjutantin)  so überaus erfolgreich in Sachen „Benzinwut“ (Anti-Ökosteuer Kampagne) gemacht hatten.

Gegen die Verwendung eines Teils der Ökosteuer Einnahmen zur Senkung der Beiträge für die Rentenversicherung polemisierte Westerwelle mit dem Spruch “ Rasen für die Rente“  und trug so dazu bei, zu verhindern, dass mit einer Weiterentwicklung dieses Ökosteuer-Konzeptes nicht nur die Lohn- und Gehaltsabgaben hätten sinken können, sondern auch eine Auseinandersetzung darüber provoziert worden wäre, welche Leistung wir uns fortan noch leisten wollen – und welche lieber nicht.

Aber genau das gilt es wohl aus Sicht von in Kapitalinteressen lukrativ eingebetteten Parteien zu verhindern.

Gruß hh

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