Wie gut, dass es WIKIPEDIA gibt


Worüber man sich mehr Klarheit verschaffen sollte:

Die Seite über Sozialismus allerdings ist an manchen Stellen eher geeignet erworbene Klarheiten zu beseitigen oder neue zu verbauen. Wirklich skandalös ist z.B. der Abschnitt über “Nationalsozialismus” der allen Ernstes als (nationale) Spielart des Sozialismus vorgestellt wird. Immerhin klärt Wikipedia an anderer Stelle ungewollt, welche geistes Kind der Rechtswissenschaftler Johann Braun ist, der folgendermaßen zitirt wird.

Der Rechtswissenschaftler Johann Braun schreibt: „Eine sozialistische Utopie liegt auch dem Nationalsozialismus zugrunde. Zwar zielt dieser nicht auf einen Sozialismus für alle ab, also nicht auf einen internationalen, sondern auf einen nationalen Sozialismus; aber die Logik des utopischen Rechtsdenkens herrscht auch hier.“

Sehr zu wünschen übrig lässt auch der Wikipedia Artikel über Ökosteuer.  Unter dem Abschnitt “Lenkungswirkung” und “Zweckbindung” werden (ohne Hinweise auf Quellen) ausschließlich Argumente von Gegnern der Ökosteuer genannt. Hinweise auf die Argumente für die Kopplung der Ökosteuer an eine Senkung der Lohnabgaben fehlen.

Es fehlen auch Differenzierungen zwischen den damaligen Positionen der Grünen und der SPD in Zeiten er Schröder-Regierung.

Beim “Historischen Materialismus” ist der folgende Satz renovierungsbedürftig:

Die Lösung der dem jeweiligen Gesellschaftssystem innewohnenden, antagonistischen Widersprüche führt gesetzmäßig zu gesellschaftlichen Veränderungen und zur Herausbildung einer neuen Gesellschaftsformation.

Es gibt keine “die Lösung”, die als treibende Kraft – gesetzmäßig oder nicht – irgendwo “hinführen” könnte. Widersprüche werden ganz generell nicht (wie etwa Rätsel der Geschichte oder auch gordische Knoten) “gelöst”  sondern aufgehoben – und zwar in dem doppelten Sinn, dass die unvereinbare Gegensätzlichkeit von sozialen Interessen verschwinden als auch, dass das produktive, soziale Potenzial der einstigen Interessen erhalten bleiben.

Die in der historisch-materialistischen Betrachtungsweise sind die zur Herausbildung neuer Gesellschaftsformationen drängenden Widersprüche auch beileibe nicht nur “Klassengegensätze”  sondern ganz allgemein sich entwickelnde “Produktivkräfte”, die im Widerspruch zu den Aneignungsformen bzw. Formen der Zweckbestimmung (oder auch der Bestimmung von Risiken und in Kauf zu nehmender Schäden) geraten.

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